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Für Jugendliche nicht mehr attraktiv
MONTAGSGESPRÄCH: Zum Ende der Sommerferien zieht der Zeuthener Bademeister Udo Fischer Bilanz
Die Hitzeschlacht im Juli bescherte dem Freibad in Miersdorf einen neuen Besucherrekord. Insgesamt aber fällt die Bilanz von Bademeister Udo Fischer kurz vor dem Ende der Ferien durchwachsen aus. Franziska Mohr befragte ihn.
MAZ: Sagen Sie, wie haben Sie das bei Temperaturen um 38 Grad hier überhaupt den ganzen Tag ausgehalten?
Udo Fischer: Das ging nur mit einem großen Hut. Ansonsten war das Bad knüppeldicke voll. Da bleibt einem Bademeister keine Zeit, um auf die eigenen Wehwehchen zu achten. Da heißt es höllisch aufpassen, damit nichts passiert.
Was schätzen Sie, wie viel Gäste kommen insgesamt noch bis zum Ende der Saison?
Fischer: Voraussichtlich werden es trotz des völlig verregneten Mai so um die 10 000. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von etwa zehn Prozent. Da können wir schon zufrieden sein.
Könnten Ihnen da die Blaualgen noch einen Strich durch die Rechnung machen?
Fischer: Eigentlich nicht. Wir haben hier eine Umwälzanlage in Betrieb, wodurch das Wasser ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Blaualgen sind demzufolge für uns kein Thema. Das Wasser wird vom Umweltamt regelmäßig getestet. Bisher gab es keine Beanstandungen.
Das Bad ist täglich bis 20 Uhr geöffnet. Hat sich die lange Öffnungszeit bewährt?
Fischer: In jedem Fall. Abends kommen vor allem die Berufstätigen, die tagsüber in Berlin arbeiten. Eine Ärztin und eine Bauingenieurin kann ich schon fast mit Handschlag begrüßen. Ohnehin sind die Frauen die aktiveren Schwimmer.
Wie erklären Sie sich, dass gerade die Frauen kommen?
Fischer: Sie wollen sich bewegen, etwas für ihre Gesundheit tun. Schwimmen ist für den Kreislauf und die Muskulatur ideal.
Aber die Männer könnten das doch genauso gut vertragen?
Fischer: Sicher, aber sie sind längst nicht so aktiv. Ihnen fehlt das Durchhaltevermögen, um hier fast täglich vorbeizuschauen. Möglicherweise achten sie auch nicht so auf ihre Gesundheit. Vielleicht joggen, surfen oder radeln sie auch lieber. Ich weiß es nicht.
Welche Gruppe gehört zu den häufigsten Besuchern?
Fischer: Die Kinder im Grundschulalter, gefolgt von den Senioren. Auch viele Hortgruppen aus dem Ort, die das Bad kostenlos nutzen dürfen, schauen gern vorbei. Am Wochenende kommen auch die Ausflügler.
Jugendliche sieht man hier allerdings kaum. Ist das immer so?
Fischer: Leider ja. Jugendliche über 16 kommen kaum noch. Sie sind unter den Gästen fast gar nicht mehr vertreten.
Ist das Bad für junge Leute nicht attraktiv genug?
Fischer: Das ist wohl so. Wir haben noch nicht einmal ein Beach-Volleyball-Platz. Die Tischtennis-Platten sind auch seit längerem defekt, obwohl wir das in der Gemeindeverwaltung schon mehrfach angesprochen haben. Getan hat sich bisher leider nichts. Die Jugendlichen würden sich über eine Plattform zum Springen freuen. Auch ein Klettergerüst für Kinder sucht man auf dem großen Gelände leider vergeblich.
Hängt das Ausbleiben der Jugendlichen möglicherweise auch mit dem strikten Alkoholverbot im Bad zusammen?
Fischer: Das mag sein. Dennoch war es richtig, dass die Gemeinde den Alkoholkonsum im Bad unterbunden hat. Das ist schon eine Frage der Sicherheit, von möglichen Pöbeleien ganz abgesehen.
Sie haben schon als Student als Bademeister gearbeitet. Haben sich die Kinder in all den Jahren verändert?
Fischer: Selbstbewusster sind sie geworden. Ansonsten merkt man auch, dass ihnen der Bewegungsdrang fehlt. Die Kinder sind heute träger als noch vor einigen Jahren. Früher kamen sie auch ins Bad, wenn die Sonne mal nicht so schien oder das Wasser ein bisschen kälter war. Das Bad war im Sommer immer ein Treffpunkt. Das ist längst nicht mehr so. Wahrscheinlich lockt jetzt eher der Computer. Es fehlt auch die nötige Werbung, wodurch die Kinder animiert werden, doch mal wieder schwimmen zu gehen.
In vielen Berliner Bädern wird beklagt, dass viele Kinder überhaupt nicht mehr schwimmen können. Wie sieht das hier aus?
Fischer: Das kann ich nicht sagen. Die Mädchen und Jungen, die zu uns kommen, können bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen schwimmen.
Müssen Sie ab und an auch mal lauter werden?
Fischer: Das kommt schon vor, aber es ist glücklicherweise die Ausnahme. Wenn allzu wild gesprungen oder von Schwimmern die äußere Begrenzungslinie überschritten wird, muss ich schon mal einschreiten. Die übergroße Mehrheit der Gäste aber verhält sich korrekt. Da kann man nichts sagen.
Gab es in dieser Saison schon böse Vorkommnisse?
Fischer: Glücklicherweise nicht. Ich hoffe, das bleibt so. Lediglich ein paar Pflaster mussten wir verteilen, weil Kinder auf Muscheln getreten sind. Ein paar Insektenstiche gab es. Sonst nichts.
Bis zu welchen Temperaturen gehen Sie eigentlich baden?
Fischer: Etwa bis Mitte Oktober. Dann hat das Wasser noch so zwölf Grad. Danach ist auch bei mir Feierabend.
Apropos Feierabend. Bei Ihnen ist erstmals mit dem Ende der Saison auch Schluss?
Fischer: Die Gemeinde hat das Arbeitszeitregime verändert. Wir sind jetzt zwei Kollegen, sodass einer auch im Sommer mal ein freies Wochenende hat. Dadurch entfallen die vielen Überstunden, sodass ich mir über den Winter einen neuen Job suchen muss.
Udo Fischer: Das ging nur mit einem großen Hut. Ansonsten war das Bad knüppeldicke voll. Da bleibt einem Bademeister keine Zeit, um auf die eigenen Wehwehchen zu achten. Da heißt es höllisch aufpassen, damit nichts passiert.
Was schätzen Sie, wie viel Gäste kommen insgesamt noch bis zum Ende der Saison?
Fischer: Voraussichtlich werden es trotz des völlig verregneten Mai so um die 10 000. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von etwa zehn Prozent. Da können wir schon zufrieden sein.
Könnten Ihnen da die Blaualgen noch einen Strich durch die Rechnung machen?
Fischer: Eigentlich nicht. Wir haben hier eine Umwälzanlage in Betrieb, wodurch das Wasser ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Blaualgen sind demzufolge für uns kein Thema. Das Wasser wird vom Umweltamt regelmäßig getestet. Bisher gab es keine Beanstandungen.
Das Bad ist täglich bis 20 Uhr geöffnet. Hat sich die lange Öffnungszeit bewährt?
Fischer: In jedem Fall. Abends kommen vor allem die Berufstätigen, die tagsüber in Berlin arbeiten. Eine Ärztin und eine Bauingenieurin kann ich schon fast mit Handschlag begrüßen. Ohnehin sind die Frauen die aktiveren Schwimmer.
Wie erklären Sie sich, dass gerade die Frauen kommen?
Fischer: Sie wollen sich bewegen, etwas für ihre Gesundheit tun. Schwimmen ist für den Kreislauf und die Muskulatur ideal.
Aber die Männer könnten das doch genauso gut vertragen?
Fischer: Sicher, aber sie sind längst nicht so aktiv. Ihnen fehlt das Durchhaltevermögen, um hier fast täglich vorbeizuschauen. Möglicherweise achten sie auch nicht so auf ihre Gesundheit. Vielleicht joggen, surfen oder radeln sie auch lieber. Ich weiß es nicht.
Welche Gruppe gehört zu den häufigsten Besuchern?
Fischer: Die Kinder im Grundschulalter, gefolgt von den Senioren. Auch viele Hortgruppen aus dem Ort, die das Bad kostenlos nutzen dürfen, schauen gern vorbei. Am Wochenende kommen auch die Ausflügler.
Jugendliche sieht man hier allerdings kaum. Ist das immer so?
Fischer: Leider ja. Jugendliche über 16 kommen kaum noch. Sie sind unter den Gästen fast gar nicht mehr vertreten.
Ist das Bad für junge Leute nicht attraktiv genug?
Fischer: Das ist wohl so. Wir haben noch nicht einmal ein Beach-Volleyball-Platz. Die Tischtennis-Platten sind auch seit längerem defekt, obwohl wir das in der Gemeindeverwaltung schon mehrfach angesprochen haben. Getan hat sich bisher leider nichts. Die Jugendlichen würden sich über eine Plattform zum Springen freuen. Auch ein Klettergerüst für Kinder sucht man auf dem großen Gelände leider vergeblich.
Hängt das Ausbleiben der Jugendlichen möglicherweise auch mit dem strikten Alkoholverbot im Bad zusammen?
Fischer: Das mag sein. Dennoch war es richtig, dass die Gemeinde den Alkoholkonsum im Bad unterbunden hat. Das ist schon eine Frage der Sicherheit, von möglichen Pöbeleien ganz abgesehen.
Sie haben schon als Student als Bademeister gearbeitet. Haben sich die Kinder in all den Jahren verändert?
Fischer: Selbstbewusster sind sie geworden. Ansonsten merkt man auch, dass ihnen der Bewegungsdrang fehlt. Die Kinder sind heute träger als noch vor einigen Jahren. Früher kamen sie auch ins Bad, wenn die Sonne mal nicht so schien oder das Wasser ein bisschen kälter war. Das Bad war im Sommer immer ein Treffpunkt. Das ist längst nicht mehr so. Wahrscheinlich lockt jetzt eher der Computer. Es fehlt auch die nötige Werbung, wodurch die Kinder animiert werden, doch mal wieder schwimmen zu gehen.
In vielen Berliner Bädern wird beklagt, dass viele Kinder überhaupt nicht mehr schwimmen können. Wie sieht das hier aus?
Fischer: Das kann ich nicht sagen. Die Mädchen und Jungen, die zu uns kommen, können bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen schwimmen.
Müssen Sie ab und an auch mal lauter werden?
Fischer: Das kommt schon vor, aber es ist glücklicherweise die Ausnahme. Wenn allzu wild gesprungen oder von Schwimmern die äußere Begrenzungslinie überschritten wird, muss ich schon mal einschreiten. Die übergroße Mehrheit der Gäste aber verhält sich korrekt. Da kann man nichts sagen.
Gab es in dieser Saison schon böse Vorkommnisse?
Fischer: Glücklicherweise nicht. Ich hoffe, das bleibt so. Lediglich ein paar Pflaster mussten wir verteilen, weil Kinder auf Muscheln getreten sind. Ein paar Insektenstiche gab es. Sonst nichts.
Bis zu welchen Temperaturen gehen Sie eigentlich baden?
Fischer: Etwa bis Mitte Oktober. Dann hat das Wasser noch so zwölf Grad. Danach ist auch bei mir Feierabend.
Apropos Feierabend. Bei Ihnen ist erstmals mit dem Ende der Saison auch Schluss?
Fischer: Die Gemeinde hat das Arbeitszeitregime verändert. Wir sind jetzt zwei Kollegen, sodass einer auch im Sommer mal ein freies Wochenende hat. Dadurch entfallen die vielen Überstunden, sodass ich mir über den Winter einen neuen Job suchen muss.
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